Unerfüllter Kinderwunsch




Haben Sie schon längere Zeit mit Ihrer Partnerin einen Kinderwunsch und üben Sie regelmäßigen Geschlechtsverkehr aus, sollte innerhalb eines Jahres eine Schwangerschaft auftreten. Haben Sie auch mit früheren Partnerinnen bei ungeschütztem Verkehr nie eine Schwangerschaft zur Folge, muss auch eine männliche Sterilität ins Auge gefasst werden.

Früher hatte man in solchen Fällen praktisch immer die Ursache der Kinderlosigkeit bei der Frau gesucht. In den letzten Jahrzehnten konnte aber nachgewiesen werden, dass etwa 50% der Sterilität durch den männlichen Teil einer Partnerschaft bedingt sind. Aus diesem Grund sollten immer beide Partner grundlegend in ihrer Fruchtbarkeit abgeklärt werden, wobei beim Mann primär der einfachste Test eine Samenuntersuchung (Spermiogramm) darstellt.

 

Leistenbruchoperationen, Operationen wegen eines Hodenhochstandes, Mumpserkrankung in der Pubertät, Infektionen des Samenwege sowie Spermienantikörper oder auch organische Fehler können eine Ursache für eine verminderte Spermienproduktion bzw. Spermienqualität darstellen. Verschlüsse der Samenleiter führen dazu, dass die Spermien nicht transportiert werden können.

Eine weitere Ursache für die Fertilität kann eine Erektionsstörung sein, die ihrerseits wiederrum verschiedene Ursachen haben können. Auch ein Krampfadernbruch (Varikozele) kann negative Folgen für die Fruchtbarkeit haben, selbst wenn er sonst keinerlei Beschwerden verursacht.

Hormonelle Störungen, die sich auf die Fertilität auswirken, können noch weitere Effekte zeigen wie z.B. eine Abnahme der allgemeinen Leistungsfähigkeit, des Sexualantriebs und der Erektionshäufigkeit bei einem Mangel an Testosteron.

Andere Erkrankungen müssen auch erfragt werden, wie Zuckerkrankheit und Nervenschädigungen, die den Ablauf der Ejakulation stören können. Der übermäßige Konsum von Nikotin und Alkohol beeinflusst die Spermienqualität. Die körperliche Untersuchung lässt erkennen, ob der Körperbau und Behaarungstyp typisch männlich ist, oder ob Abweichungen den Verdacht auf eine hormonelle oder genetische Störung aufkommen lassen.

 

Die wesentlichste Untersuchung beim Mann ist die Beurteilung des männlichen Samens im Mikroskop (Spermiogramm).

Nach einer Karenzzeit von 4-5 Tagen (Zeit ohne Verkehr oder Masturbation) wird der Samen durch Masturbation gewonnen. Ein zu kurzer Abstand zum letzten Verkehr verringert die Spermienzahl und eine zu langer Zeitraum seit der letzten Samenentleerung verschlechtert auch die Beweglichkeit der Samenfäden. Nach Feststellung der Verflüssigungszeit und des Volumens wird unter dem Mikroskop in einer Zählkammer die Spermienkonzentration, die Beweglichkeit und das Aussehen (Form) der Spermien festgestellt und dokumentiert.

Die Spermienanzahl, Spermienformen und Beweglichkeit geben über die Chance auf die Befruchtung Auskunft. Manchmal kann es vorkommen, dass das weibliche Immunsystem die männlichen Spermien als fremde Objekte bezeichnet und gegen sie die Abwehrstoffe produziert. Liegen deutliche Abweichungen der Spermien von der Norm vor, so wird die Behandlung mit einer der Formen der assistierten Konzeption versucht. Dabei kommen je nach Indikation die Assistierte Insemination, Spenderinsemination, In-vitro Fertilisation (IVF), Mikroinjektion der Spermien (ICSI), chirurgische Extraktion des Spermas aus dem Hoden bei Fehlen von Spermien im Ejakulat zum Einsatz.

Bei Fragen oder Unklarheiten stehen wir Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung! (» siehe Kontakt)



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